PROJEKT YIDISHE LIDER – klezmer songs & stories

Pflege einer alten bedrohten Musik-Kultur

Tübinger Verein sammelt, publiziert und präsentiert yidishes Liedgut

Der connect! e.V. für Musik-Tanz-Kultur hat sich im Südwesten Deutschlands bisher vor allem einen Namen erworben durch das Organisieren von Veranstaltungen im Bereich elek­tro­ni­scher Musik. Ende 2016 wurde in dem gemein­nüt­zigen Verein mit Sitz in Tübingen ein Projekt zu einem anderen Genre aufge­legt, der yidishen Musik. yidishe lider – klezmer songs & stories behan­delt vorwie­gend die Gesangstraditionen mit ihren Gedichten und Geschichten. Neben dem Archivieren stehen Notieren, Übersetzen und Musizieren auf dem Programm. So orga­ni­siert die Projektgruppe vom 27. – 29.10.2017 in Stuttgart erst­mals das Festival yidishe muzik – klezmer songs & tunes. Das wichtig-ste Projektziel ist, dass die schönen yidishen Stücke mehr gesungen und gespielt werden.

Rückblick: In Mittel-Ost-Europa lebte bis zum Ende der 1930er Jahre eine Bevölkerung von über 10 Millionen Menschen, deren Muttersprache Yidish war. Das Yidishe entwi­ckelte sich auf der Basis ge-spro­chener süddeut­scher Mundarten etwa ab dem 11. Jahrhundert. Neben den von Anfang an inte­grier-ten hebräi­schen Wörtern nahm es im Lauf der Jahr-hunderte etliche slawi­sche Sprachelemente auf.

Ähnlich wie die Sprache mischte sich im yidishen Siedlungsraum auch die Musik aus vielen Bestand-teilen zusammen. Etwa ab dem 16. Jahrhundert begannen sich Musikantengruppen zu bilden, die so genannten klez­morim, die vor allem zu Hochzeiten und reli­giösen Festen auftraten und dabei zum Tanz aufspielten. Die sieben­köp­fige Projekt-Band oygn­blik präsen­tiert yidishe lider in verschie­denen Versionen.

Heutzutage gibt es verschie­dene Mischformen des Klezmer. Auch im Rahmen des Projekts yidishe lider wird neben den Liedern mit tanz­baren Arrangements und mit Electro-Remixes (eKlezmer) expe­ri­men­tiert.

Die Geschichte der yidishen Kultur nahm ab dem Ende des 19. Jahrhunderts eine brutale Wende. Pogrome fast in ihrem ganzen Lebensraum führten zu fort­ge­setzten Auswanderungswellen. Mit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland im Jahre 1933 verstärkte sich der Druck auf die jüdi­sche Bevölkerung ständig.

Seit Ende 2016 wurde dieses Projekt in den Rahmen des connect! e.V.s inte­griert. Projektinitiator und –leiter ist das connect! e.V.-Gründungsmitglied Albert Kunze.

Im Rahmen des Projekts findet vom 27.10-29.10.2017 das Festival yidishe muzik – klezmer songs & tunes > Siehe yidishe muzik

Kontakt: albert.kunze@gmail.com, mobil: +49-152 – 02 44 84 02; Website in Entstehung: www.yidishe-lider.com